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Feuchterisiken beim Bauen im Bestand – sachverständig vermeiden und rechtssicher regeln

29.04.21   09:00 - 16:00 Uhr  Leipzig / alternativ Online T41

Hinweis

Aufgrund unserer Corona-Hygienevorschriften sind die freien Plätze bei unseren Präsenzveranstaltungen sehr reduziert. Sie können alternativ online an der Live-Übertragung teilnehmen.

Zielstellung

Die Sicherstellung eines funktionstauglichen Feuchte- und Wärmeschutzes – dies ist sicherlich das zentrale Leistungsversprechen bei einer Vielzahl von Sanierungen und beinhaltet mitunter weit mehr als die Beseitigung von Schimmelpilzen. Denn Bauen im Bestand erfordert mehr denn je eine integrale Zusammenschau von Feuchterisiken – die jedoch planerisch und/ oder sachverständig zunächst als eigenständige Planungsaufgabe „Feuchteschutz“ und/ oder „Wärmeschutz“ zu betrachten sind.

Ausgehend von einem Praxisfall zeigt das Seminar exemplarisch auf wie dies bautechnisch einwandfrei und rechtssicher gelingt. Das Seminar erschließt den Teilnehmern Schritt für Schritt nicht nur das für erfolgreiche Sanierungen erforderliche Wissen für eine integrale Handhabung von Feuchterisiken sondern auch wie diese im Sinne einer risikoreduzierten Planung und Ausführung vertragsrechtlich aufzugreifen sind.

Dank des interdisziplinären Seminardialogs vollzieht sich eine „verzahnende“ Betrachtung technischer und rechtlicher Aspekte, die den Teilnehmern viel Potenzial bietet, konkrete Anliegen und Fragestellungen einzubringen.

Inhalt

Feuchteschutz

  • Feuchte: Charakterisierung, Kennwerte, Transportmechanismen, Einfluss von Salzen
  • Zustandsanalyse, Bauwerksdiagnostik, Dokumentation
  • Ermittlung der maßgeblichen Feuchteursachen, Beurteilung von Einflussfaktoren
  • Systematisches Vorgehen beim Entwickeln des Sanierungskonzept
  • Maßnahmenüberblick zur Sanierung von feuchtem/versalzten Bauteilen
  • Technisch-richtige Lösungen für ursachenorientierten Feuchteschutz im Spannungsfeld zu wirtschaftlich geeignete Feuchteschutzlösungen und denkmalgerechter Sanierung
  • Feuchtequellen verstärken / erhöhen durch unsachgemäße Planung / Ausführung von WDVS, besonders im Bereich von Bauteilanschlüssen

Wärmeschutz

  • Bedeutung der allgemeinen bauaufsichtlich Zulassung (abZ) und Abweichungen davon
  • Verarbeitungs- und Ausführungsnormen
  • Prozesskette WDVS – grundlegende Fehler, die immer wieder gemacht werden
  • Einfluss des Untergrundes, Verkleben und Verdübeln der Dämmplatten, Auftrag des Unterputzes mit Bewehrung, Applikation des Oberputzes mit Anstrich
  • Sonderbauteile Anschlüsse, Fugen und Sockel
  • Lebensdauer von WDVS und Einflussgrößen

Recht

  • Auftragsklärung und Sanierungsziel: Was will der Auftraggeber? - Inhalt und Umfang von Aufklärungs- und Beratungspflichten
  • Kardinalpflicht Bestandserfassung und -erkundung
  • Grundlagen Mangelbegriff - aRdT – rechtliche Bedeutung technischer Normen
  • Erfolgsversprechen und Sanierungsziel - Sicherstellung
  • Funktionstauglichkeit beim Bauen im Bestand – Welcher Standard ist geschuldet?
  • Planung wasserdicht? - Anforderungen an die Abdichtungsplanung
  • Aspekte der Mängelhaftung im Kontext nachträglicher Abdichtung und energetischer Sanierung - Rechtsprechung
  • Besonderheiten bei Veräußerung sanierter Altbauten - Offenbarungspflichten und Arglisthaftung; im Rechtsverhältnis Planer - Bauträger - Erwerber
  • Anforderungen bei vertraglicher Abweichung von aRdT
  • Ausführungsüberwachung und rechtliche Anforderungen an Dokumentation und Beweissicherung
  • Klärung und Definition von Schnittstellen – gesamtschuldnerische Haftungsrisiken

Teilnehmerkreis

Architekten und Ingenieure, Bau- und Projektleiter sowie Bauüberwacher und Sachverständige