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Störungen im Bauablauf

04.03.21   09:00 - 16:00 Uhr  Online M40

Zielstellung

Heute ist nahezu jeder Bauablauf gestört; darüber herrscht Einigkeit. Diese Einigkeit fehlt allerdings regelmäßig bei der Beurteilung, wer Störungen im Bauablauf zu vertreten hat und wie sich diese konkret ausgewirkt haben. Die Analyse gestörter Bauabläufe ist deshalb normalerweise dem baubetrieblichen Gutachter vorbehalten.

In diesem Seminar soll jedoch eine Analysemethodik vorgestellt werden, die angewendet werden kann, um gestörte Bauabläufe konkret zu analysieren. Auch wenn diese Analyse nicht baubegleitend von den Beteiligten selbst ausgeführt werden kann, so soll durch dieses Seminar das Fachwissen vermittelt werden, wie ein Bauablauf zu dokumentieren ist und wie auf Störungen im Bauablauf reagiert werden kann. Für Auftraggeber ist es besonders wichtig, solche Forderungen von Auftragnehmern sachlich prüfen zu können. Für Auftragnehmer ist es besonders wichtig, die hohen rechtlichen Anforderungen an die Nachweisführung erfüllen zu können. An einem konkreten Beispiel wird dargestellt, wie die Forderungen aus gestörtem Bauablauf nachzuweisen sind und wie die entsprechende Prüfung solcher Forderungen zu erfolgen ist. Ziel des Seminares soll es sein, den am Bau Beteiligten ein Verständnis für die Probleme der Gegenseite zu vermitteln und eine gütliche, faire Einigung erreichen zu können.

Inhalt

  1. Zur Nachweisführung eines gestörten Bauablaufs
    • der unsubstantiierte Nachtrag
    • rechtliche Anforderungen an den Nachweis
    • baubetriebliche Methoden der Nachweisführung
  2. Vertragliches Bausoll: geplanter Bauablauf
  3. Konstruktive Nachtragsleistungen: geänderter Bauablauf
  4. Bauablaufstörungen: gestörter Bauablauf
  5. Beschleunigungsmaßnahmen: beschleunigter Bauablauf
  6. Tatsächliche Bauausführung: tatsächlicher Ist-Bauablauf
  7. Die terminlichen Folgen gestörter Bauabläufe: Bauzeitänderungen
  8. Die kostenmäßigen Folgen gestörter Bauabläufe: Mehrkosten
    • Leerkosten von Personen und Geräten während des gestörten Bauablaufs
    • Beschleunigungskosten von Personen und Geräten während des beschleunigten Bauablaufs
    • Lohn- und Stoffpreisänderung während der Bauzeitverlängerung
    • Baustellengemeinkosten und allgemeine Geschäftskosten während der Bauzeitverlängerung
    • Zusammenstellung der Mehrkosten als Entschädigungsanspruch
  9. Vereinfachte Anwendungsbeispiele für die Praxis
    • Mehrkostenberechnung bei Stillstand
    • Mehrkostenberechnung bei Leistungsminderung durch Behinderung
    • Mehrkostenberechnung bei Bauzeitverlängerung
  10. Streitlösung am Bau
    • Wirtschaftsmediation, Schlichtung, Adjudikation, Schiedsgutachten, Schiedsgericht

Teilnehmerkreis

Bauüberwacher, Bau- und Projektleiter, Kalkulatoren aus Bauunternehmen, Bauverwaltungen, Architektur- und Ingenieurbüros